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Achtung! Wenn die Ernährungssonde zum Fremdkörper wird

Ein Kaninchen fiel nach Entfernung einer transnasalen Ernährungssonde durch Husten und Würgen auf. Endoskopisch und röntgenologisch war ein Teil der Sonde in der Trachea erkennbar.

Ein drei Jahre altes, weiblich-kastriertes Kaninchen wurde initial aufgrund einer gastrointestinalen Stase vorgestellt. Zur Behandlung wurde unter anderem eine transnasale Ernährungssonde gelegt, um eine Zwangsfütterung und orale Medikamentengabe zu ermöglichen. Der korrekte Sitz der Sonde im Magen war röntgenologisch überprüft worden. Nach drei Tagen konnte die Sonde komplikationslos gezogen werden.

Die Sonde als Fremdkörper
Allerdings entwickelte das Kaninchen innerhalb von vier Tagen einen serösen Nasenausfluss mit häufigem Niesen. Eine Therapie mit NSAID und Antihistaminika brachte keine Besserung. Stattdessen verschlechterten sich die Symptome und es traten häufiges Husten und Würgen auf. In nun angefertigten Röntgenbildern war eine röhrenförmige Struktur innerhalb der Trachea sichtbar. In einer anschließenden Endoskopie war direkt hinter der Glottis ein Teil der Ernährungssonde innerhalb der Trachea sichtbar. Der Fremdkörper konnte mithilfe einer Fasszange entfernt werden. Dabei handelte es sich um die letzten 15 cm der Ernährungssonde. Nach der Entfernung verschwanden die klinischen Symptome innerhalb weniger Tage.

Die Autoren beschreiben somit erstmals einen trachealen Fremdkörper und dessen Entfernung bei einem Kaninchen. Sie vermuten, dass die anfänglich korrekt platzierte Sonde beim Herausziehen abbrach und in der Nase stecken blieb. Von dort aus gelangte sie dann in die Trachea und verschlimmerte somit die Symptomatik.

Kontrolle ist besser
Die Autoren raten daher, Ernährungssonden vor dem Legen zu messen und die entsprechende Länge nach der Entfernung zu kontrollieren. Außerdem ist der korrekte Sitz der Sonde nach dem Legen, aber auch vor jeder Benutzung zu überprüfen.

Zwangsfütterung ist vorzuziehen
Zu den Komplikationen transnasaler Ernährungssonden beim Kaninchen zählen Stress, häufiges Verlegen der Sonde aufgrund des faserreichen Futters, Irritationen der Nase und Intubation. Solange das Tier schluckt, sollte daher beim Kaninchen auf eine Ernährungssonde verzichtet und stattdessen auf eine Zwangsfütterung per Spritze ausgewichen werden.

Originalpublikation:
Swisher S, Lennox A, Blair L (2018): Successful removal of a tracheal foreign body secondary to nasogastric tube placement in a rabbit (Oryctolagus cuniculus). J Exot Pet Med 27: 32–35.
DOI 10.1053/j.jepm.2017.10.018.

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