Mit Echo-Ortungsrufen finden Fledermäuse nicht nur ihre Beute. Wie das Magazin GEO in seiner August-Ausgabe berichtet, grüßen sie damit auch unbekannte Artgenossen. Das hat Silke Voigt-Heucke von der FU Berlin an Exemplaren der Kleinen Hasenmaulfledermaus herausgefunden. Die Wellen des Geräuschs sind vergleichbar mit denen des Echolots, das die Tiere zur Navigation benutzen. Es unterscheidet sich aber durch eine abfallende melodische Kontur und eine vergleichsweise harmonische Zusammensetzung der Frequenzen. In einem Frequenzumwandler klingen diese Laute aus dem Ultraschallbereich ähnlich wie eine Hupe. Besonders häufig "hupen" die Tiere als Antwort auf Rufe von Individuen, die sie noch nicht kennen. "Es ist wie auf einer Party", sagt Voigt-Heucke. "Engen Freunden muss man sich nicht groß vorstellen. Unbekannten Gästen schon." Das Hupen ist also eine Art soziale Kommunikation und stellt Fledermäuse in die illustre Reihe von Tieren, die sich mit Ultraschall verständigen, darunter Wale, Delfine und das Richardson-Ziesel.
Die aktuelle Ausgabe von GEO ist ab sofort im Handel erhältlich, hat 158 Seiten und kostet 6,30 Euro.