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Das IRIS-System – eine aktuelle Hilfestellung zur effektiveren Therapie der CNI bei Hund und Katze
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[01.04.2009]
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Die chronische Niereninsuffizienz ist vor allem im Frühstadium schwierig diagnostizierbar. Ein neues Staging-
System unterstützt eine zeitige Diagnose und die gezielte Therapie.
Nierenerkrankungen sind bei Hund und Katze vergleichsweise
häufig. Ihr Anteil an den klinisch manifesten Erkrankungen des
Harntraktes wird beim Hund mit etwa 55 % angegeben (Kraft 1989,
Mihaljevic 1988). Probleme hinsichtlich der klinischen Diagnostik
ergeben sich vor allem aus der Tatsache, dass ein labordiagnostischer
Nachweis erst gelingt, wenn bereits mehr als 75 % der Nephrone
beider Nieren ausgefallen sind (Osborne et al. 1981, Chew
u. Dibartola 1986, Michell 1988). Es wurden daher verschiedentlich
Anstrengungen unternommen, Verfahren aus der Humanmedizin,
wie etwa die Kreatinin-Clearance oder die Urinelektrophorese, für
die tierärztliche Praxis methodisch zugänglich zu machen, da sich
subklinische Nephropathien im Frühstadium u. a. in einer verminderten
glomerulären Filtrationsrate (GFR) oder aber einer quantitativ
und/oder qualitativ veränderten Ausscheidung von Proteinen im
Harn zu erkennen geben. Die semiqualitative Differenzierung der
Proteinurie mittels SDS-Urinelektrophorese erlaubt darüber hinaus
zwar die Differenzierung glomerulärer von tubulären Nephropathien
(Boesken 1985,1990, Leopold-Temmler u. Nolte 1993, 1995)
und damit, zumindest beim Menschen, in Kombination mit anderen
Befunden eine recht gute Charakterisierung der zugrunde liegenden
Pathologie (Boesken 1990), beide Untersuchungsmethoden haben
sich, im Gegensatz zum Urinprotein-Kreatininverhältnis, das seit einigen
Jahren als weiterer Parameter für die Nierenfunktion herangezogen
wird und in den sowohl GFR als auch Proteingehalt des Urins
einfließen, jedoch in der tierärztlichen Praxis bislang nicht etabliert.
Nierenerkrankungen verlaufen bei fast allen betroffenen Hunden
und Katzen chronisch-progressiv, ganz unabhängig von der
Ursache. Bei Ratte und Mensch kommt es nachweislich aufgrund
einer fortschreitenden, in einer glomerulären Atrophie resultierenden
Sklerosierung der verbleibenden intakten Glomerula infolge
kompensatorischer Hyperfiltration und -hypertension zu einer
obligaten Progression von Nephropathien (Brenner 1985, Hostetter
1984). Eine systemische und damit gleichzeitig renale Hypertension
spielt jedoch auch in der Pathogenese von Nephropathien bei
Mensch und Tier eine Rolle, wie aktuelle Untersuchungen besonders
auch für die Katze belegen (Carr 2008). Für die Therapie ist
diese Tatsache nicht nur in Bezug auf die Inbetrachtziehung einer
systemischen Hypertension als mögliche Ursache für die Nephropathie,
sondern auch für die postulierte günstige Beeinflussung der
renalen Hypertension durch eine Protein- und Phosphorrestriktion
von Bedeutung (Bovee 1991, Brown u. Finco 1992, Polzin et al.
1991). Eine Protein- und Phosphorreduktion wird jedoch in erster
Linie empfohlen, um den Spiegel derjenigen harnpflichtiger
Substanzen aus dem Proteinstoffwechsel, die im wesentlichen für
klinische, azotämisch-urämische Symptome verantwortlich sind,
zu reduzieren, bzw. um eine Hyperphospatämie und deren Folgeerscheinungen
(z.B. sekundärer Hyperparathyreoidismus) zu bekämpfen.
Für das Management der felinen Hypertension existieren
aktuelle Richtlinien (Brown et al. 2007, Greene et al. 2008). Eindeutige
Empfehlungen hinsichtlich eines Stagings von Nephropathien
bei Hund und Katze und einer dem entsprechenden Stadium angepassten,
multimodalen Therapie (Diät, ACE-Hemmer, Phosphatbinder)
gab es per dato jedoch nicht.
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Quelle: Praktischer Tierarzt 90: Ausgabe 4, Seite 316-322 (2009)
Autor: Leopold-Temmler B
© Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
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