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Eulenherpesvirusinfektion (Hepatosplenitis infectiosa strigum) mit zusätzlich bestehender Trichomonadose (Trichomonas gallinae) und Aspergillose (Aspergillus fumigatus) bei einem Uhu (Bubo bubo) aus Volierenhaltung
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[10.09.2006]
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Besonders in ländlichen
Gegenden werden Eulen
nicht selten als Patienten
vorgestellt. Der nachfolgende
Fallbericht zeigt häufige
Probleme auf.
Die Hepatosplentis Infectiosa
Strigum (HSiS) ist eine Erkrankung der
Eulen (Strigiformes), welche ätiologisch
durch eine Infektion mit dem Strigid Herpesvirus
(StHV-1) verursacht wird (Burtscher,
1965). Nicht alle Eulen sind für eine
Infektion mit dem Herpesvirus empfänglich.
Ein Ausbruch dieser Erkrankung
konnte bisher nur bei Eulen mit einer
gelben oder einer orange Iris festgestellt
werden. So liegen Nachweise für
natürliche Infektionen unter anderem für
den Uhu (Bubo Bubo), die Waldohreule
(Asio otus) und die Schneeeule (Nyctea
scandiaca) vor. Experimentell sind auch
der Rauhfußkauz (Aegolius funereus)
und der Steinkauz (Athene noctua) für
diese Erkrankung empfänglich, natürliche
Infektionen wurden bei diesen Vogelarten
bisher nicht beschrieben. Der
Waldkauz (Strix aluco) und die Schleiereule
(Tyto alba) scheinen eine natürliche
Resistenz zu besitzen (Burtscher und
Sibalin, 1975; Heidenreich und Kaleta,
1978). Das Strigid Herpesvirus 1 (StHV-
1) gehört zur Familie der Herpesviridae
und ist nach Bewertung des ICTV (International
Committee on Taxonomy of Viruses)
derzeit nicht zweifelsfrei einer
Subfamilie zuordnen. Es bestehen enge
verwandtschaftliche Beziehungen zu anderen
Viren der Familie der Herpesviridae,
wie dem bei Falken vorkommende
und zur „Einschlusskörperchen-Krankheit“
führende Falconid-herpesvirus 1
(FHV-1) und dem Columbid Herpesvirus
1 (CoHV-1) (Aini et al., 1993; Grund et
al., 1999; Kaleta, 1990; Mare und Graham,
1973; Messana et al., 1997; Saik et al., 1985;
Vindevogel et al., 1980; Vindevogel und
Postvet, 1981). Die nahe Verwandtschaft
zeigt sich unter anderem in Restriktionsenzymanalysen,
die ähnlich große DNAFragmente
ergeben (Aini et al., 1993;
Günther et al., 1997). Serologische Untersuchungen
zeigen, dass diese Viren serologisch
eine Einheit bilden und zur Serogruppe
7 gehören (Kaleta et al., 1980; Kaleta,
1990). Die Homologien auf genomischer
Ebene sind so groß, dass eine etablierte
PCR zum Nachweis des Columbid
Herpesvirus 1 auch zur Detektion des
Falconid Herpesvirus 1 und des Strigid
Herpesvirus 1 genutzt werden kann
(Aini et al., 1993; Johannknecht et al.,
2000).
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Quelle: Praktischer Tierarzt 87: Ausgabe 9, Seite 688-695 (2006)
Autor: Rautenschlein S, Legler M
© Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co.KG
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